Evangelische Johannesgemeinde Rielasingen-Worblingen

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Reihe zum Glaubensbekenntnis

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Das Apostolische Glaubensbekenntnis kurz erklärt
von Pfr. Thomas Hilsberg

Teil l

Ich glaube

Im Gottesdienst sprechen wir das Glaubensbekenntnis im Chor. Jeder dritte Mensch auf der Welt ist zumindest dem Namen nach Christ, insgesamt gut zwei Milliarden. Für die meisten Kirchen ist das Apostolische Glaubensbekenntnis verbindlich. Warum in aller Welt steht es dann aber in der Einzahl? “Wir glauben" würde doch viel mehr Sinn machen, oder?

Das Apostolische Glaubensbekenntnis war ursprünglich das Taufbekenntnis der alten Kirche. Wenn ein Mensch aus griechischem oder römischem Hintergrund Christ werden wollte, wurde er zuerst im Glauben unterrichtet. Dann wurde er getauft, in der Regel in der Osternacht. Dabei sagte er den Mächten des Bösen ab und bekannte mit den Worten dieses Bekenntnisses seinen Glauben an Gott den Vater, Christus und den Heiligen Geist. Der Übertritt zum Christentum konnte unangenehme Folgen für ihn haben, bis hin zum Tod in einer Christenverfolgung. Wer damals Christ wurde, wusste, welches Risiko er einging. Das musste er ganz persönlich tragen. Darum steht das Glaubensbekenntnis in der Einzahl.

Auch heute sollte jeder für sich persönlich die Entscheidung treffen, an Jesus Christus zu glauben.

Das Wort Glauben kann ganz verschiedene Bedeutungen haben. Wenn ich auf der Fahrt in den Urlaub meine Frau frage, ob sie den Herd ausgeschaltet hat, und sie antwortet mir: “Ich glaube", dann kriege ich Zustände. Weil ich nicht sicher sein kann, ob das Haus vielleicht schon brennt.

Wenn ich meiner Frau dagegen etwas erkläre, und sie mir antwortet: “Das glaube ich dir", dann ist das ein gutes Gefühl. Weil ich weiß, dass sie Vertrauen zu mir hat.

Im Glaubensbekenntnis geht es natürlich um die zweite Bedeutung des Wortes glauben.

Glauben heißt in unserer Sprache: Nicht wissen. In der Sprache der Bibel heißt glauben dagegen: Nicht zweifeln. Das ist ein himmelweiter Unterschied!

Im Konfirmandenunterricht lernen wir: Glauben kann man auch mit Vertrauen übersetzen. Ich halte das, was Gottes Wort mir sagt, nicht nur für wahr. Ich baue mein Leben drauf. Ich verlasse mich drauf, dass ich von Gott geliebt bin.

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Teil II

Ich glaube an Gott, den Vater

Was fällt Ihnen ein zum Stichwort Vater? Dinge wie Liebe, Autorität, Vorbild, Geborgenheit ? Glückwunsch! Dann werden Sie auch kein Problem damit haben, an Gott, den Vater zu glauben, und voll Vertrauen zu beten: Unser Vater im Himmel...

Denen, die mit dem Vater eher Gewalt, Mißbrauch, Alkohol oder Abwesenheit assoziieren, ist dagegen oft der Zugang zu Gott als Vater verstellt. Vielleicht hilft es denen, daß die Bibel Gott auch als den beschreibt, der einen tröstet, wie eine Mutter tröstet.

Doch hier im Glaubensbekenntnis ist zunächst gar nicht an Gott als den Vater der Menschen gedacht. Ich glaube an Gott den Vater, damit ist hier zunächst gemeint: Ich glaube an Gott, den Vater von Jesus Christus.

So, wie wir Menschen sind, sind wir zwar Gottes Geschöpfe, aber eigentlich noch nicht Gottes Kinder. Oder höchstens verlorene Söhne und Töchter. Wir haben Gott vergessen; darum passiert auch so viel Furchtbares in der Welt. Darum ist Gottes Sohn, Jesus, Mensch geworden. Einer von uns. Damit wir Menschen wieder Gottes Kinder werden können. Die Bibel erklärt das so: Denen, die ihn aufnahmen, hat er Macht gegeben, Gottes Kinder zu werden. Wer Jesus annimmt, wer ihm vertraut, wird also Gottes Kind. Der kann Gott nun seinen Vater nennen.

Einen Vater, der so ist, wie man sich einen Vater wünscht.

Wenn wir unsere Väter als Maßstab für unsere Bilder von Gott nehmen, werden wir schnell zu falschen Gottesbildern kommen. Aber umgekehrt stimmt es: Als menschliche Väter sollen wir uns an Gott ein Vorbild nehmen. An seiner Liebe, an seiner Gerechtigkeit, an seinem selbstlosen Einsatz für seine Kinder und an seiner grenzenlosen Bereitschaft, zu vergeben.

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Teil III

Ich glaube an Gott...
den Schöpfer des Himmels und der Erde

Niemand kann die Existenz Gottes beweisen. Zwar hat ein christlicher Naturwissenschaftler es mal an einem Beispiel exakt vorgerechnet: Schon ein einziges anatomisches Detail an einem Kolibakterium kann statistisch kaum durch Zufall entstanden sein. Sicher, so etwas ist ein Hinweis auf einen Schöpfer. Aber eben kein Beweis.

Doch man kann die Existenz Gottes auch nicht wissenschaftlich widerlegen. Darum muss man auch denjenigen Wissenschaftlern widersprechen, die uns das naturwissenschaftliche Weltbild partout nur im Doppelpack mit ihrem Atheismus verkaufen wollen.
Die Bibel sagt: Gott hat Himmel und Erde aus dem Nichts geschaffen. Der derzeitige Stand der Naturwissenschaften ist dieser: Das ganze Universum hat sich beim Urknall schlagartig aus einem unendlich kleinen Punkt zu entfalten begonnen. Wo ist da ein Widerspruch?
Wir Christen glauben, dass Gott den Himmel, die Erde und das Leben geschaffen hat. Die Naturwissenschaft kann uns ein Stück weit zeigen, wie er das getan hat.
Aber im Glauben geht es nicht nur um die ganz großen Fragen des Universums. Es geht um mein Leben.

In seinem Kleinen Katechismus stellt Martin Luther fest: Ich glaube, dass Gott mich samt allen anderen Kreaturen geschaffen hat, dass er mir alles gibt, was ich zum Leben brauche, dass er mich erhält und vor Gefahren bewahrt.

Ich glaube an Gott, den Schöpfer, das heißt für mich also: Ich verdanke meine Existenz im letzten weder dem Zufall noch den verschlungenen Wegen der Evolution noch dem Willen meiner Eltern - und schon gar nicht etwa einem schadhaften Kondom.
Nein, ich verdanke meine Existenz der Liebe Gottes. Er hat mich gewollt, er hat mich mit meinen speziellen Gaben und Talenten ausgestattet, und er hat einen guten Plan mit meinem Leben.

Das heißt aber auch: Wenn ich ein sinnvolles und erfülltes Leben führen soll, kann ich das nur, wenn ich Gott finde und in Gemeinschaft mit ihm lebe.

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Teil IV

Ich glaube an Gott

Nicht nur die Schönheit und Ordnung der Natur gibt mir einen Hinweis auf die Existenz Gottes. Auch in meinem Gewissen erfahre ich, daß es eine Wahrheit gibt, die über uns Menschen steht.
Wir Menschen wissen genau, was gut und böse ist. Unabhängig davon, ob wir aus der jüdisch-christlichen Kultur stammen, oder nicht. Auch ein Atheist weiß, daß Fremdgehen falsch ist. Auch ein Buddhist weiß, daß er nicht morden darf.
In den Zehn Geboten wird uns der Wille Gottes kurz erklärt: Wir sollen Gott allein vertrauen, seinen Namen nicht mißbräuchlich benutzen, den Wechsel von Arbeits- und Ruhezeiten einhalten, die Elterngeneration ehren, nicht morden, nicht die Ehe brechen, nicht stehlen, niemanden verleumden und uns nicht von Neid und Gier treiben lassen.
Das ist sicher: Eine Gesellschaft, die alle diese Gebote hält, wäre die perfekte Gesellschaft. Und eine Welt, in der jeder, wie es Jesus Christus gefordert hat, seinen Mitmenschen so lieben würde wie sich selbst, wäre ein Paradies.
Aber unsere Welt wird vom Bösen beherrscht, von Zerstörung, Kriegen, Hunger und Ausbeutung. Und auch in unseren eigenen Herzen finden wir mehr als genug Spuren davon: Gedanken voller Gier, Haß und Lüge. Und immer wieder finden diese Gedanken den Weg nach draußen, in Worten und Taten, über die wir uns schämen müssen.
Weder das Böse im Kleinen noch das Böse im Großen sind nur Zeichen von moralischem Versagen. Viel schlimmer: Es sind Zeichen einer tiefgreifenden Störung in unserem Verhältnis zu Gott. Die Menschheit hat sich von Gott losgerissen und lebt seither im Aufruhr gegen seine Gebote. Diesen Zustand nennt die Bibel Sünde. Die Sünde ist wie eine Krankheit, die unsere Beziehung zu Gott, zur Schöpfung, zu unseren Mitmenschen und schließlich auch uns selbst zerstört. Eine unheilbare Krankheit. Aus eigener Kraft können wir uns nicht davon befreien. Und selbst wenn wir moralisch einwandfrei leben würden - damit hätten wir noch nichts wiedergutgemacht.
Hier kann uns nur Gott helfen. Wie, erfahren wir in der nächsten Folge.

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Teil V

Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn, geboren von der Jungfrau Maria...

Wir Menschen sind nach Gottes Bild geschaffen. Doch dieses Ebenbild ist vielfach nicht mehr zu erkennen. Neid, Hass, Lüge und andere Folgen unserer Rebellion gegen Gott haben den Menschen pervertiert. Die Bibel nennt diesen Zustand Sünde.

Sünde ist nicht nur moralisches Versagen. Es ist die totale Trennung von Gott. Das griechische Wort dafür bedeutet: Zielverfehlung. So ist der sündige und todgeweihte Mensch abgrundtief vom heiligen und ewigen Gott getrennt.

Wenn es hier Versöhnung und neue Gemeinschaft geben soll, dann muss dies von Gott ausgehen. Und Gott hat diese neue Gemeinschaft mit uns gesucht. In der Person des Zimmermanns Jesus von Nazareth ist er zu uns Menschen gekommen, um uns mit sich zu versöhnen.

Jesus war nicht nur ein besonderer Mensch. Und er ist auch kein Halbgott. Er ist beides ganz, Gott und Mensch.

Geboren von der Jungfrau Maria. Das heißt einerseits: Jesus ist zur Welt gekommen, wie jeder von uns. Er hat Windeln gebraucht, Kinderkrankheiten durchgemacht, Hunger, Müdigkeit und Trauer verspürt. Er war, wie Luther es ausdrückt, wahrhaftiger Mensch.

Aber eben auch wahrhaftiger Gott. Seine Zeugung ist übernatürlich. Und in einem Punkt unterscheidet er sich nach Aussage des Neuen Testaments wesentlich von uns allen: Er war ohne Sünde.

Gottes eingeborener Sohn. Hier hat Luther versucht, ein deutsches Wort für einen griechischen Begriff zu finden: Jesus wurde als Mensch geboren. Und das war ein absolut einmaliges Ereignis. In Jesus ist der Schöpfer des Universums Mensch geworden. Und weil Gottes Sohn unser Bruder geworden ist, haben wir die einmalige Möglichkeit, Gottes Kinder zu werden.

Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn.

Das ist das älteste christliche Bekenntnis überhaupt: Jesus ist der Herr.

Hat er auch in Ihrem Leben das Sagen?

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Teil VI

Ich glaube an Jesus Christus ...

gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben...

Wer am Tod Jesu schuld war, ist heute umstritten. Waren es die Römer, weil sie ihn für einen Rebellen hielten? Oder doch mehr die Hohenpriester, weil sie in ihm einen Gotteslästerer gesehen haben?

Doch die Christenheit hat immer eine ganz andere Antwort gewusst: Weil Jesus für die Schuld der Welt gestorben ist, sind wir alle für seinen Tod mit verantwortlich.

Aber auch dieser Deutung wird heute vehement widersprochen: Für mich hätte Jesus nicht sterben müssen! Gott braucht doch kein Menschenopfer! Er kann uns doch auch einfach so vergeben.

Ist das so?

Sicher, Gott ist der höchste Gesetzgeber. Deshalb kann es über ihm auch kein Gesetz geben, das ihn zwingen würde, Schuld mit Blut zu tilgen. Ein allmächtiger Gott könnte theoretisch unendlich viele andere Möglichkeiten finden, die Welt zu erlösen.

Doch offensichtlich fand es Gott angemessen, das genau so zu tun: In Jesus Christus wurde er einer von uns. Hat unser Leben geteilt, hat unser Leiden mitgemacht und ist am Ende unseren Tod gestorben. Und damit, so deutet es die Heilige Schrift an vielen Stellen, hat er unsere Strafe getragen und unsere Schuld aus der Welt geschafft. Wie es schon ein Prophet im Alten Testament beschrieben hat: "Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt!"

So ist das Kreuz Jesu für uns nicht nur eine Erinnerung an Unrecht, Leiden und Grausamkeit unter uns Menschen. Das Kreuz erinnert uns auch daran, wie ernst Gott unsere Schuld nimmt, und was für einen hohen Preis er für uns bezahlt hat.

Und das Kreuz Jesu lädt uns dazu ein, alles, was unser Gewissen belastet, bei Jesus abzuladen, seine Vergebung zu erbitten und mit ihm, von allen alten Hypotheken befreit, ein neues Leben zu beginnen.
 

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Teil VII

Ich glaube an Jesus Christus ...
begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes...


Manche sind dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen. Sie waren, wie man sagt, klinisch tot. Einige berichteten hinterher von einem großen Licht oder von der Begegnung mit verstorbenen Angehörigen. Haben sie in die Ewigkeit geblickt? Oder hat ihnen das absterbende Gehirn einen Streich gespielt? Wie dem auch sei, sie standen nur auf der Schwelle zum Jenseits. Anders verhält es sich mit Jesus Christus. Er ist wirklich ganz auf der anderen Seite gewesen.

Wäre Jesus nicht schon an den Folgen der Kreuzigung gestorben, dann hätte ihm der furchtbare Lanzenstich des römischen Legionärs den Rest gegeben. Jesus war tot. So tot, dass jeder Notarzt den Defibrillator abgeschaltet und den Totenschein ausgefüllt hätte.

Seine Freunde nehmen ihn vom Kreuz ab, legen ihn in eine Gruft und verschließen den Eingang mit einer Steinplatte. Doch während sein Leichnam da ruht, entfaltet seine Seele einiges an Aktivität: Er ist niedergefahren zur Hölle, bzw. hinabgestiegen ins Totenreich. Im ersten Petrusbrief wird angedeutet, was er da tat: Jesus hat den Geistern im Gefängnis gepredigt, die in früheren Zeiten ungehorsam gewesen waren. Er hat den Toten das Evangelium, die gute Nachricht, verkündet.

Dort, wo Finsternis und Hoffnungslosigkeit am größten sind, hat Christus Vergebung und Leben angeboten. Selbst ins Vorzimmer der Hölle fällt ein Strahl von dem Licht, das mit ihm in die Welt gekommen ist.

Daran dürfen wir uns erinnern lassen, wenn wir es mit Sterben, Tod und Trauer zu tun haben: Es ist hart, aber nicht hoffnungslos. Jesus ist auch hier gewesen. Wir müssen nirgends durch, wo nicht auch schon unser Herr vor uns durchgegangen ist. Er lässt uns in keiner Lage allein. Von daher ist es auch verständlich, wenn Paulus uns Christen ermahnt, dass wir, wenn wir trauern, nicht so trauern sollen wie diejenigen, die keine Hoffnung haben.

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Teil VIII

Ich glaube an Jesus Christus...
am dritten Tage auferstanden von den Toten

Man hätte es schon bombastischer inszenieren können: Jesus fegt die Steinplatte vor der Gruft weg und erscheint als der auferstandene Sieger über den Tod in Jerusalem. Am besten unter den Klängen des himmlischen Heeresmusikkorps, wie damals bei seiner Geburt in Bethlehem. Seine Mörder müssen ihren Irrtum eingestehen, und seine Jünger dürfen triumphieren.

Die Wirklichkeit ist zunächst ungleich bescheidener. Ein paar Frauen, die damals als Zeugen gar nicht zählten, finden das Grab leer. Der Auferstandene begegnet seinen Jüngern, die ihn zuerst gar nicht erkennen. Einer von ihnen zweifelt bis zuletzt. Und in der Stadt machen Gerüchte die Runde, die Anhänger Jesu hätten die Leiche selber irgendwo versteckt...

Zugegeben: Kein besonders furioser Start für eine Weltreligion. Aber eine Geschichte, die authentisch klingt. Einige Jahre später konnte der Apostel Paulus von über fünfhundert Menschen berichten, denen der Auferstandene damals begegnet war. Von einigen nennt er die Namen; und ausdrücklich weist er daraufhin, dass die meisten dieser Augenzeugen noch am Leben sind. Man konnte sie also befragen. Paulus selbst war zunächst ein vehementer Gegner des Christus und der Christen gewesen. Aber die Begegnung mit dem Auferstandenen hat sein Leben von Grund auf verändert.

Jesus lebt. Er lebt nicht nur in unseren Erinnerungen weiter, oder etwa durch seinen Geist in denen, die seinen Willen tun. Hier ist ein Toter physisch wiederauferstanden. Und zwar nicht in einer fernen, mythischen Vorzeit, sondern in unserer Welt, vor den Toren von Jerusalem, an einem Sonntagmorgen im April des Jahres 30 unserer Zeitrechnung.

Ist Christus nicht auferstanden, gibt Paulus zu, dann ist euer Glaube vergeblich. Aber weil Jesus lebt, haben wir eine Hoffnung, die weit über unsere Lebenszeit hinaus reicht.

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Teil IX

Ich glaube an Jesus Christus...
aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters

Himmelfahrt. Wir haben den Vatertag draus gemacht. Die Männer fahren ins Grüne, um blau heimzukommen. Und selbst manche Theologen tun sich schwer mit diesem Fest: Gut, jetzt ist Jesus nicht mehr hier unter uns. Er ist zurückgekehrt in die Dimension Gottes. Schließlich konnte er ja nicht für immer als Wanderprediger durch Israel ziehen. Doch was in aller Welt gibt es zu diesem Anlass zu feiern?

Eine Menge. Zuerst dieses: Jetzt ist Jesus der Herr. Mit seine letzten Worte in dieser Welt lauteten: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf der Erde!" Himmelfahrt bedeutet: Jesus sitzt jetzt in der Schaltzentrale des Universums. Und Gott hat ihm alle Macht übertragen. Es sind also nicht die Männer mit den Köfferchen mit dem Nuklearcode, die die Welt regieren, es sind nicht die Wirtschaftsbosse, die unsere Geschicke lenken, und es ist auch nicht der blinde Zufall, der über Sein und Nichtsein entscheidet. Jesus allein hat die Macht.

"Es wird regiert!" Mit diesen Worten hat ein bekannter Theologe in dunklen Zeiten einen Kollegen aufgemuntert. Jesus hat das Sagen, und er ist stärker als alles, was uns Sorgen machen kann.

Und noch etwas gibt es an Himmelfahrt zu feiern: Wir haben unseren Mann an höchster Stelle. Jesus, der uns liebt, sitzt zur Rechten Gottes, und dort setzt er sich für uns ein.

Seine Zeitgenossen mussten die Straßen von Galiläa absuchen, wenn sie Hilfe von Jesus wollten. Wir sind heute ungleich besser dran. Seit er zur Rechten Gottes sitzt, ist er immer für uns zu sprechen. Für jeden Menschen hat er ein offenes Ohr. Dazu braucht nicht mehr, als ein leises Gebet.

Himmelfahrt. Das bedeutet gerade nicht, dass Jesus jetzt wieder weg ist. Im Gegenteil. Jetzt ist er in ganz besonderer Weise für jeden von uns da.

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Teil X

I
ch glaube an Jesus Christus...
der kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten

Jesus wird wiederkommen. Das nächste Mal allerdings nicht als Baby in der Krippe, sondern als der Richter und Retter der Welt.

Gut, dass er kommen wird! Denn er wird dafür sorgen, dass keine Schuld in der Welt ungesühnt bleibt. Wenn er kommt, wird das Böse endgültig entmachtet. Dann werden alle satt werden, die in diesem Leben nach Gerechtigkeit gehungert haben.

Gut, dass es Jesus ist, der richten wird! Denn keiner von uns ist ohne Schuld am Bösen in der Welt. Und wenn es nur nach den Paragrafen ginge, dann hätten wir alle nicht die Spur einer Chance. Aber wir dürfen wissen: Der wird der Richter sein, der lieber begnadigt, als zu verurteilen. Der lieber unsere Schuld selbst auf sich nimmt, als uns aufzugeben. Wer Jesus Christus vertraut, braucht das Gericht nicht zu fürchten.

Wer an Christus glaubt, wird begnadigt. Trotzdem wird das Gericht als Indizienprozess geführt werden. Christus wird nach unserer ganz praktischen Nächstenliebe fragen. Denn wer wirklich glaubt, der liebt auch. Und wer lieblos denkt, redet und handelt, kann auch die Liebe Gottes nicht wirklich angenommen haben.

Bleibt noch die Frage, wann Jesus wiederkommen wird. Die Bibel schweigt sich konsequent darüber aus. Aber immer wieder haben Sektierer versucht, aus den in der Bibel verstreuten Hinweisen ein Datum zu errechnen. Doch bisher haben sich alle geirrt.

Vernünftiger ist es, jeden Tag in Verantwortung vor Gott, im Vertrauen auf Jesus Christus und in Liebe zu den Mitmenschen zu leben, entsprechend dem Wort des Kirchenvaters Augustinus: "Den einen Tag hat Gott uns verborgen, damit wir achthaben auf alle Tage."

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Teil XI

Ich glaube an den Heiligen Geist

Bevor Christus unsere Welt verließ, hatte er versprochen, seinen Geist zu senden, der ihn vertreten und uns beistehen sollte. Nur wenig später, am Pfingstfest, ist Gottes Geist dann gekommen.

Der Heilige Geist ist nicht nur so etwas wie eine innere Kraft oder eine veränderte Herzenseinstellung. Der Heilige Geist ist Gott; ebenso wie Christus Gott ist. Trotzdem gibt es natürlich nur einen Gott. Man kann es vielleicht so erklären: Der Vater ist Gott über uns, Jesus Christus ist Gott für uns und der Heilige Geist ist Gott in uns.

Einige Christen meinen, zusätzlich zum Glauben an Jesus Christus brauche man noch die Erfahrung der Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Der Geist ist jedoch kein zusätzliches Extra zum Glauben, sondern dessen Voraussetzung: Schon dass ich beginne zu glauben, ist das Werk von Gottes Geist. Keiner kann Jesus den Herrn nennen ohne den Heiligen Geist, sagt die Bibel; und nur wer von Gottes Geist bewegt wird, ist wirklich Gottes Kind. Und Gottes Geist tut noch viele andere Dinge im Leben eines Christen: Er erinnert an die Worte, die Jesus gesagt hat, gibt die Kraft, danach zu handeln und tröstet in Verzweiflung. Und er verändert Menschenleben. Wo das Leben eines Christen gute Früchte trägt, sind das nicht die Früchte eigener Bemühung, sondern Früchte, die Gottes Geist in uns wachsen lässt: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung zählt Paulus als Früchte des Geistes auf. Da kommt natürlich die Frage auf: Warum sind diese guten Früchte auch unter Christen so rar?

Das liegt nicht am Geist; das liegt an uns. Weil wir kein Leben im Geist führen, sondern entweder das Böse wollen oder das Gute aus eigener Kraft verwirklichen wollen, bleibt unser Leben fruchtlos. Hier helfen nur die Mittel, die Gott uns selbst an die Hand gegeben hat: Beten, Wachen und Kämpfen. Das Gebet um Hilfe und Vergebung und das Hören auf Gottes Wort. Der Geist wird uns dabei helfen, aber er pflegt uns den Kampf nicht zu ersparen.

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Teil XII

Ich glaube ...an die heilige, christliche Kirche

Christen glauben an eine christliche Kirche. In Wirklichkeit gibt es einige große und hunderte kleinerer Kirchen. Und fast jede meint, sie besäße die Wahrheit oder komme ihr zumindest am nächsten. Die römisch-katholische Kirche hält sich für deckungsgleich mit der einen Kirche Jesu Christi und degradiert evangelische Konfessionen zu "kirchlichen Gemeinschaften", die orthodoxen Kirchen tragen ihre Rechtgläubigkeit schon im Namen, und auch die diversen protestantischen Kirchen können ziemlich giftig werden, wenn es um die Verteidigung ihrer speziellen Lehren geht.

Jesus Christus hat für die Einheit seiner Kirche gebetet. Aber schon seine Apostel mussten immer wieder um die Wahrheit ringen. Beides ist heute noch aktuell: Die Sehnsucht nach Einheit und der Kampf um die Wahrheit. Der einzige Maßstab für beides ist die Heilige Schrift. Wo Traditionen anderer Kirchen, die uns fremd erscheinen, biblisch begründet sind, können wir sie als Bereicherung begrüßen. Wo Machtgier, Irrtümer oder menschliche Traditionen die biblische Lehre verdunkeln, sind Lehrgespräche, Streit und notfalls sogar Trennungen geboten. Und natürlich müssen wir auch die eigenen Traditionen und Praktiken immer wieder am Maßstab von Gottes Wort kritisch überprüfen.

Eins ist uns aber nicht erlaubt: Über den Mitchristen zu richten. Wir müssen vielleicht seine Lehre verwerfen, dürfen aber nicht über seinen Glauben urteilen.

Denn jenseits von allen Kämpfen und Spaltungen gibt es noch eine ganz andere Realität: Die eine christliche Kirche. Jeder Mensch, der durch Gottes Geist zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist, gehört dazu. Menschen aus vielen Konfessionen, Lebende und Verstorbene. In der Ewigkeit werden sie alle eins sein.

Darum ist es schön, wenn diese Einigkeit auch schon hier sichtbar wird: Im gemeinsamen Gebet, in gemeinsamen sozialen Aktionen, im liebevollen Umgang miteinander und im gemeinsamen Bekenntnis zu Christus.

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Teil XIII

Ich glaube ...an die Gemeinschaft der Heiligen

Es gibt eine Menge Gründe, die gegen die real existierende Kirche sprechen: Kriminelle Exzesse in der Kirchengeschichte, menschlich unangenehme Mitchristen, unglaubwürdige Pfarrer und langweilige Gottesdienste. Kein Wunder, dass viele Menschen meinen, sie brauchtenkeine Kirche bzw. sie hätten es nicht nötig, sich am Gemeindeleben zu beteiligen. Ich habe es oft gehört: Man kann auch ohne Kirche als guter Christ leben.

Doch das Leben als Christ ist keine Disziplin für Einzelkämpfer, sondern ein Mannschaftssport. Das hat zunächst einen ganz einfachen Grund: Je näher wir Jesus Christus kommen, desto näher kommen wir uns auch als Christen. Die Bibel beschreibt die Gemeinde als lebendigen Organismus, als Leib Christi. Christus ist das Haupt, wir Christen sind seine Glieder - daher kommt übrigens der Begriff "Mitglied". Der Heilige Geist hat den Gliedern am Leib Christi verschiedene Gaben gegeben, und damit verschiedene Aufgaben. Jeder Mensch hat solche Gaben: Musikalische, sprachliche, intellektuelle, soziale, organisatorische und praktische Talente, die wir als Christen für die anderen einbringen sollen. Die Gemeinschaft der Heiligen lebt davon. Einen Christen, der seinen Glauben allein pflegen will, ist also wie eine abgetrennten Hand, die in der Pathologie im Kühlraum liegt: Sie ist tot, und der Leib Christi ist ohne sie ein Stück ärmer.

Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen - das wirft noch eine Frage auf: Wieso Heilige? So heilig sind wir doch gar nicht! Doch! Heilig ist nämlich nicht, wer besondere Tugenden vorweisen kann. Heilig ist, wer Gott gehört. Und Gott gehört, wer von Christus freigekauft ist und sich vom Heiligen Geist leiten lässt. Natürlich können wir uns nicht selbst heiligsprechen. Aber Gott kann das. In jedem Gottesdienst lässt er es uns sagen: Deine Sünden sind dir vergeben. Du bist mein. Das sind Worte, die wir uns nicht selbst sagen können. Aber in der Predigt und im Heiligen Abendmahl werden sie uns zugesprochen.

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Teil XIV

Ich glaube ...die Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben

Am Anfang hatten wir festgestellt: Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist das persönliche Bekenntnis von Menschen, die zum christlichen Glauben gekommen sind. 

Wäre es eine systematische Darstellung der christlichen Lehre, dann müsste es anders enden, nämlich ungefähr so: Ich glaube, dass die Toten auferstehen werden; die Gerechten zu ewiger Freude in Gottes Reich und die Ungerechten zu ihrer verdienten Strafe.

Aber nun ist hier nicht von Gericht, Tod und Hölle die Rede, sondern nur noch von Vergebung, Leben und Seligkeit. Für Menschen, die zu Jesus Christus gehören, spielt die Möglichkeit, beim Jüngsten Gericht durchzufallen nämlich keine Rolle mehr.

Ist diese Sicherheit nicht anmaßend?
Wenn wir unsere Gewißheit, in den Himmel zu kommen, auf unsere eigene Lebensführung gründen, dann ist sie in der Tat mehr als unberechtigt. Jeder Mensch denkt, redet und tut in seinem Leben Dinge, die ihn als Kind Gottes gründlich disqualifizieren. Und auch mit liebevollen Worten und Werken können wir unsere Schuld nicht kompensieren. Denn gute Taten erwartet Gott ohnehin von uns. Wenn wir auf uns selbst sehen, haben wir also keine Hoffnung.

Anders sieht es aus, wenn wir die Blickrichtung wechseln und auf Christus sehen. Er hat am Kreuz unsere Schuld getragen und unseren Tod überwunden. Wer ihm vertraut, ist vor Gott gerecht. Darum kann Jesus Christus uns auch versprechen: "Wer meine Worte hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht!"

Jahre später schrieb der Apostel Paulus: "Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben ... uns trennen kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn!"

Hört sich diese Sicherheit anmassend an? Nein. Nur unendlich dankbar.

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